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Ohne Zucker, aber mit zwei Abschlüssen

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Zufrieden: Laura Schmerse (l.) hat bald zwei Abschlüsse in der Tasche. Das freut auch Heidi Hagen von Dalli.

Die 23-jährige Laura Schmerse ist Industriekauffrau und schließt bald ihr BWL-Studium ab. Sie würde sich wieder für das duale Studium entscheiden.

Stolberg/Simmerath. Doppelt gemoppelt hält bekanntlich besser, oder anders ausgedrückt: Für eine Karriere im Doppelpack hat sich Laura Schmerse entschieden. Die 23-Jährige Simmeratherin hat bereits ihre Abschlussprüfung zur Industriekauffrau im vergangenen Sommer mit „sehr gut“ abgeschlossen und schreibt zur Zeit im Personalmanagement der Dalli-Werke ihre Bachelorarbeit fürs BWL-Studium. Quasi nebenbei. 60 Seiten müssen am 26. Juni abgegeben werden – Thema Hochschulmarketing. Drei Tage später noch das Kolloquium an der FH Aachen, und dann hat sie zwei Abschlüsse in der Tasche.

Hohe Belastung

Das ist möglich mit einem dualen Studium. Bei Laura heißt das: acht Semester, zwei Abschlüsse, Industriekauffrau und Bachelor of Science. Zwei Fliegen mit einer Klappe, eine finanzielle Absicherung durch die Ausbildungsvergütung und eine hohe Übernahme-Chance sind schon verlockende Aussichten. Allerdings müssen noch Freizeit-Verzicht und hohe Belastung in die Waagschale geworfen werden. Wer das tut und sich dessen bewusst ist, darf ruhigen Gewissens über ein duales Studium nachdenken. „Ich bin im Endspurt und ehrlich gesagt einfach nur froh, wenn es vorbei ist“, sagt die Simmeratherin. Sie bereut ihre Entscheidung kein bisschen, würde sie wieder genau so treffen, „aber man muss vorher wissen, worauf man sich einlässt, denn es ist kein Zuckerschlecken“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

„Permanent auf einem sehr hohen Level“, so fasst Klaus Jeske von der Agentur für Arbeit Aachen-Düren Lauras beruflichen Werdegang zusammen. Der Pressesprecher sagt aber auch, dass das duale Studium ein hohes Ansehen genieße. Seine Kollegin Maxi Weißmann, Teamleiterin Berufsberatung, weist auf die noch offenen Ausbildungsstellen bei einigen dualen Studiengängen hin, Schwerpunkt Technik und Handwerk. „Wir haben einige wenige offene Stellen für dieses Jahr.“ Interessierte können sich bei der Ausbildungsbörse der Städte Stolberg und Eschweiler am kommenden Freitag, 8. Mai, 9 bis 13 Uhr, in der Turnhalle des Berufskollegs Stolberg informieren oder sich an den jeweiligen Berufsberater der Schule wenden.

Für nächstes Jahr ist die Auswahl natürlich größer, Weißmann rät allerdings zur „frühestmöglichen Vorbereitung“. Selbige lief bei Laura Schmerse optimal. Nach dem Realschulabschluss an St. Ursula Monschau und dem Wirtschaftsabitur am Aachener Berufskolleg habe sie schon früh gewusst, in welche Richtung es gehen soll. Berufsberatung, Berufsmesse und Infos aus dem Internet haben der zielstrebigen Frau den Weg gewiesen. Bei den Stolberger Dalli-Werken hat sie in der Praxiszeit schnell erkannt, dass die Personalabteilung genau das Richtige für sie ist.

Nachfrage nach dualen Studiengängen steigt

Die Auswertung für 2014 zum dualen Studium des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt: Duale Studiengänge sind weiter auf dem Vormarsch und bei Studierenden, Hochschulen und Unternehmen immer beliebter.
Mittlerweile verzeichnet das Institut über 1500 duale Studiengänge mit rund 95 000 Studierenden. Das größte Angebot wird weiterhin von den Fachhochschulen mit 1014 Studiengängen vermittelt. Die Universitäten bieten 71 Studiengänge an. Dazu kommen noch 188 Studienangebote an Berufsakademien.
Mehr auf der Internetseite des Bundesinstituts: www.bibb.de.

Quelle: Eifeler Zeitung
Bericht und Foto: Doris Kinkel-Schlachter