Realitätsnah wichtige Erfahrung gesammelt

Auch junge Laiendarsteller waren als Unfallverletzte bei der Übung dabei. Die Nummern auf der Stirn stammen vom Notarzt und dokumentieren, dass sie als Unfallopfer registriert wurden.

Großübung der Hilfsorganisationen im Tiefenbachtal. Komplexes Unfallszenario mit Laiendarstellern.

Simmerath. Ein spektakuläres Unfallszenario bot sich den Einsatzkräften von Feuerwehr, THW, Maltesern, DRK und Johannitern in der Nähe des Jugendzeltplatzes im Tiefenbachtal, wo zwei voll besetzte Autos kollidiert waren und die verzweifelten Rufe der Verletzten und eingeklemmten Personen durch das ansonsten idyllische Tiefenbachtal hallten.

Während der aus Simmerath gekommene Kombi im Graben gelandet war, stürzte das andere Fahrzeug die steile Böschung herunter. Darüber hinaus war ein Radfahrer ins Gelände geschleudert worden, der ebenso wie die anderen teils blutverschmierten Opfer Hilfe benötigte.

Auf den Punkt genau

Die kam auf den Punkt genau wie geplant, da es sich um eine Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath handelte. Gemeindewehrführer Christian Förster, sein Stellvertreter Volker Stollenwerk und Angelika Völl hatten als Beobachter der Übung bei Absetzen der Unfallmeldung gespannt auf die Uhr geschaut, um zu sehen, wann die ersten Einsatzkräfte eintreffen. Vorher hatten sich 14 „Laiendarsteller im Gelände und den Fahrzeugen in Position gebracht, nachdem sie mit viel Liebe zum Detail mit Theaterschminke teils blutverschmiert behandelt worden waren. Zudem hatten sie sogenannte Verletzungsmuster umhängen. Auf diesen DIN-A4-großen Blättern war zudem für die Rettungskräfte festgehalten, welche Verletzungen vorlagen. Damit konnte sich auch der federführende Notarzt, Ralf Bischoni von den Maltesern, der zuerst am Unfallort eingetroffen war, ein erstes Bild verschaffen.

Wir haben bei dieser Übung sehen können, dass das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen und das miteinander Arbeiten am Unfallort hervorragend klappt.

Volker Stollenwerk,
stellvertretender Wehrführer

Wie Volker Stollenwerk erläuterte, arbeiten die Feuerwehrleute bei ihrem Vorgehen zur Bergung der Unfallbeteiligten dabei immer nach Anweisung des Notarztes. Ziel einer solchen Übung sei zudem, das Zusammenspiel der Feuerwehr mit anderen Hilfsorganisationen zu üben.

Ausgetüftelt bis ins kleinste Detail hatten das abendliche Unfallszenario im Übrigen in stundenlanger Vorbereitung Michael Schmiddem, Matthias Förster, Martin Regatuil und Volker Stollenwerk. Sie waren im Tiefenbachtal auch schon zwei Stunden vor Auslösung des Alarms vor Ort, um die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, bevor das Großaufgebot an Hilfskräften anrückte.

Vonseiten der Feuerwehr waren die Löschgruppen aus Kesternich und Eicherscheid an der Großübung beteiligt, die teils mit schwerem Gerät (Hydraulikschere und -spreizer) die eingeklemmten Personen aus den Fahrzeugen befreiten. Mit deren Hilfe wurden die Türen und Dächer von den Fahrzeugen abgetrennt, um an die verletzten Personen zu gelangen. Dabei spielten die Laiendarsteller ihre Rollen realitätskonform und absolut professionell.

Hinzu kam sicher auch eine Portion Geduld, da man sich teilweise schon lange vor Beginn der Übung in den Unfallfahrzeugen hatte einklemmen lassen. Zum Ende der Übung gab es schließlich noch einen Kraftakt des THW, das mit Hilfe einer Seilwinde den in die Böschung abgestürzten Wagen aufrichtete.

Volker Stollenwerk zog schließlich ein positives Resümee: „Wir haben bei dieser Übung sehen können, dass das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen und das miteinander Arbeiten am Unfallort hervorragend klappt.“

Quelle: Eifeler Zeitung
Bericht und Foto: Karl-Heinz Hoffmann