Tourismus – einst und jetzt


Binz lebt vom Tourismus. Der Ort hat ca. 3.500 Einwohner. In der Hochsaison kommen ca. 18.000 Touristen dazu. Dann herrscht Leben auf allen Plätzen und Stränden. Die alten Strandvillen stehen teilweise noch, die meisten sind ordentlich aufgehübscht. Dazwischen stehen moderne Ferienanlagen. Auf der Standpromenade flaniert man: Sehen und gesehen werden, das ist offenbar für viele das Motto. Trotzdem entsteht nicht das elitäre und mondäne Flair von Sylt. Es scheint alles etwas bodenständiger zu sein. Die Kunstwerke sind nicht extravagant, eher bescheiden und den Sandskulpturen ist kein langes Leben beschieden.


In Prora erlebt man Geschichte hautnah. Hier wollten die Nationalsozialisten ein Ferienparadies für 20.000 Volksgenossen errichten. Mit der Planung wurde 1935 begonnen und mit dem Kriegsbeginn wurden die Arbeiten an dem gigantomanen Projekt eingestellt. Es wurden 8 Ferienblöcke mit einer Länge von jeweils 500 Metern geplant. Nach dem Krieg hatte die Anlage eine wechselvolle Geschichte. Drei Blöcke wurde gesprengt, die übrigen dienten teilweise als Kaserne für die sowjetische Armee und dann für die NVA. Die Bundeswehr entledigte sich 1992 dieser Altlast und eine langjährige Hängepartie mit dem Ziel der Überführung in eine neue Nutzung begann. Derzeit wird der letzte Block veräußert. In einem kleinen Teil befindet sich ein Museum, das viel über die Geschichte der DDR und von Prora selber berichtet. Zwei Gästezimmer wurden nach Planungen aus der Nazi- bzw. DDR-Zeit eingerichtet. Das Multimediagerät zeigt eine Errungenschaft der DDR  aus der Zeit Ende der 50er Jahre. Heute befindet sich die weltweit größte Jugendherberge in einem restaurierten Block. Weitere Blöcke sind im Bau, teilweise schon fertiggestellt. Die Preise pro qm können die Marke von 10.000 € übersteigen, wenn man in die oberen Etagen mit Meerblick einziehen will.


Heute hieß es für Hans: Ab in die Luft. Ein Helikopterflug über den Nordosten der Insel war angesagt. Was wir vor drei Tagen am Boden gesehen hatten, konnte er aus der Luft bewundern. Mit einer Geschwindigkeit von 180 km/h ging es über den Nationalpark Jasmund (Buchenwald) zum Königsstuhl. Der Flug folgte dann der längsten Sandküste der Insel nach Kap Arkona, wo die drei Leucht- bzw. Peilfeuer stehen. Sie waren bei der hervorragenden Sicht bestens zu erkennen. In den Wäldern und nahe der Strände  konnte man eine größere Anzahl von Campingplätzen und einen riesigen Goldplatz sehen. Leider war der Flug nach etwa 30 Minuten zu Ende. Man hätte doch noch viel mehr erleben können. Ein Stück weiter südlich waren wir in etwas beschaulicheren Orten. Aber auch hier hat der Bauboom eingesetzt, wie man am dem Foto einer Neubausiedlung leicht erkennt